Dies ist ein Aufruf zum Mitzeichnen!

Wir, das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe für Professionalität und Parteilichkeit, haben einen bundesweiten Aufruf gestartet:
Wir sind der Meinung, dass es in der Kinder- und Jugendhilfe nicht so weitergehen kann, wie in den letzten Jahren!
Lest unseren Aufruf zu einem Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe!
………..hier zum vollständigen Text des Aufrufes: 2015_Memorandum
Wer der gleichen Meinung ist, der sollte unsere   PETITION  unterschreiben!
Worum es uns geht:
Wir fordern auf dazu, inne zu halten und erst einmal gründlich darüber nachzudenken, welche Jugendhilfe wird wollen!
Deshalb fordern wir ein Memorandum. Das bedeutet:
  • Stopp, PolitikerInnen, macht nicht so weiter! Denkt nach, was ihr anrichtet mit eurer Ökonomisierung und euren Sparmanövern. Fragt euch mal, geht es noch um die Kinder und Jugendlichen oder geht es nur noch um den Haushalt. Was sind Kinder und Jugendliche wert?
  • Stopp, Freie Träger! Wollt ihr weiterhin nur noch die Erfüllungsgehilfen des Öffentlichen Trägers bleiben? Habt ihr nicht selbst fachliche Expertise und fachliche Verantwortlichkeit!
  • Stopp, liebe KollegInnen! Macht nicht mehr mit, wenn ihr, statt die Menschen zu unterstützen, sie eigentlich nur noch kontrollieren sollt! Macht nicht mehr mit, wenn ihr für viel zu wenig Geld eine viel zu große Arbeitsbelastung aushalten sollt. Ihr habt selbst Verantwortung gegenüber eurer Klientel. Gebt eure Ethik nicht an der Stechuhr ab!

Aufruf zum Memorandum am Bundeskongress Schulsozialarbeit am 5.12.15 in Dortmund

Aufruf zum Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe:

Wir sind in großer Sorge um die aktuelle bzw. künftige Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in allen Bereichen.

Die einstige Idee des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, den Kindern, Jugendlichen, ihren Eltern und den jungen Erwachsenen auf der Basis eines Rechtsanspruches eine nachhaltige Unterstützung unter fachlich angemessenen und von Kontinuität getragenen Bedingungen zu gewährleisten, wird seit Jahren unter ökonomisierten Bedingungen mit betriebswirtschaftlichen Methoden unterminiert und okkupiert. Das können und wollen wir nicht länger akzeptieren, sowohl für die Menschen, die auf unsere Unterstützung und Begleitung setzen, als auch für uns als Fachkräfte, die sich unter oft prekären Arbeitsbedingungen verausgaben.
Die verantwortlichen PolitikerInnen führen nette Gespräche mit uns, zeigen Verständnis, aber treiben die Neoliberalisierung der Jugendhilfe ohne Wenn und Aber voran. Nun steht eine umfassende Gesetzesnovellierung des SGB VIII/KJHG an, der wir mit erheblicher Sorge entgegensehen.

So kann und darf es nicht weitergehen!!! Das wollen wir der Jugend- und Familienpolitik auf allen Ebenen unmissverständlich sagen. Deshalb:

Unterstützt unseren bundesweiten Aufruf des „Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit“ zum Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe. Und verteilt diesen Aufruf in Euren Netzwerken weiter. Wir brauchen jede Stimme, um Druck auf die Politik auszuüben. Bitte zeichnet ihn im Netzt mit unter

http://www.memorandumjugendhilfe.de

Wir danken Euch für die Unterstützung!
Im Namen des Bündnisses
Matthias Heintz

http://www.buendnis-jugendhilfe.de
info@memorandumjugendhilfe.de

netter Kommentar zum Memorandum

Steffi Gutsche (Mülheim) – 29.10.2015 20:09 Uhr

Bin heute zufällig darauf gestoßen… Ich dachte, ich kämpfe allein für Menschlichkeit und gegen Windmühlen. DANKE für die Möglichkeit, hier öffentlich eine eindeutige Stellung beziehen zu können.

Liebe Steffi! So geht es uns allen immer wieder. Aber du siehst, so wenige sind wir auch wieder nicht. Und eigentlich – wenn sich alle aufraffen würden – wären wir wohl viel mehr! Gruß! Mechthild

Memorandum: Zusammenfassung

Aufruf zu einem Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe

Zusammenfassung

Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit begleitet seit Jahren die aktuellen Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere in den Hilfen zur Erziehung.

Der Eindruck verschärft sich, dass die Politik die bestehenden Probleme in der Praxis sowie die oft prekären Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse vieler PraktikerInnen negiert und stattdessen ihre neoliberale Spar- und Steuerungspolitik noch weiter verstärken.

Das Bündnis hält es deshalb für notwendig, diese Tatsache öffentlich zu machen und möchte mit diesem Aufruf zu einem Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe die gefährliche Entwicklung zum Stoppen bringen. Es fordert von der herrschenden Jugend- und Sozialpolitik, die fortgesetzte Deformation und Dekonstruktion der Hilfen zur Erziehung und der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt zu beenden und sich für eine Kinder- und Jugendhilfe stark zu machen, bei der die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien, und nicht die Wirtschaft im Mittelpunkt stehen.
Für die Politik bedeutet die Aufforderung zu einem Memorandum: „Stopp! So kann es nicht weitergehen! Denkt nach! Ändert eure Politik!“

Der Aufruf stellt an die Politik aber auch an uns alle die Frage: was für eine Kinder- und Jugendhilfe wollen wir?
Alle in der Kinder- und Jugendhilfe Tätigen sind angesprochen und werden aufgefordert, diese Frage zu bedenken und sich aktiv dafür einzusetzen, dass die Politik ihre Absichten und Strategien verändert!

Der Aufruf, diesen Text im Rahmen einer Petition zu unterschreiben, ist ein Versuch, all denen eine Stimme zu geben, die mit der gegebenen Lage und Entwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe nicht einverstanden sind. Es stärkt jede Einzelne(n), wenn sie weiß, dass sie mit der Kritik nicht alleine steht. Auf der Basis des Memorandums wäre eine breitere Diskussion über Lage und Veränderungsstrategien möglich.

Die Unterschrift unter diese Petition soll erst in zweiter Linie auch dazu dienen, der Bundesregierung durch die Übergabe der Unterschriftenliste deutlich zu machen, dass ihre Politik nicht von allen akzeptiert wird. Dieser Schritt ist aber davon abhängig, ob wir genug Unterschriften bekommen werden.

interessanter Kommentar zur Petition

05.11.2015

Weil hier ein zurück zur Pädagogik und Jugendhilfe der schwarzen Pädagogik aus dem 19. und 20. Jahrhundert betrieben wird mit der vermeintlichen Absicht Kosten zu sparen. Es wird aber teuerer werden und die Potentiale der Kinder die in die Fänge dieser Jugendhilfe geraten gehen unserer Gesellschaft verloren. Jugendliche und Kinder werden „missbraucht“. Das wollen wir nicht dulden! Hermann Pfahler, Landesarmutskonferenz Berlin

Stand nach ca. 2 Monaten

Herbst Winter 11 (1)

Nach gut zwei Monaten  lohnt ein erneuter Blick auf die Entwicklung und das Zwischenergebnis der Petition.

Mit dem heutigen Tag haben wir 769 Unterschriften, davon ca. 10 aus der Schweiz bzw. aus Österreich. Die Schwerpunkte innerhalb Deutschlands liegen in Berlin, NRW, Niedersachsen und Hessen. Inzwischen sind außerdem wirklich alle Bundesländer einbezogen.
Anonym unterschrieben haben 19%. 
Es gibt 94 Kommentare von Unterzeichnern.

Sind wir als Ausrichter der Petition zufrieden?
Ich möchte erst mal allen danken, die uns ihr Vertrauen geschenkt und die Petition unterschrieben haben und wir haben uns über die vielen Kommentare gefreut. Wir danken ebenso allen, die durch das Weitersenden des Aufrufes oder durch Mund zu Mund Propaganda andere auf die Petition aufmerksam gemacht haben. Danken möchten wir auch für die Anregungen zu inhaltlichen wie technischen Fragen unseres Aufrufes.
Die interessantesten Kommentare werden wir ab jetzt hier auf der Memorandum-Seite posten.

Aber zufrieden sind wir nicht. Mit dieser Zahl werden wir bei der herrschenden Politik noch keinen Eindruck machen. Dafür müssten es schon mehrere Tausend KollegInnen sein.(Das bei der Petition angegebene Ziel von 12 000 ist natürlich unrealistisch. Hätten wir 5000 angegeben, dann hätten wir bisher immerhin 15% – vielleicht sollten wir das ändern, den 15% macht mehr Mut als 1%!)
Aber dennoch.
Sind in Deutschland wirklich nur 769 Leute aufzutreiben, die von den aktuellen Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe die Nase voll haben und bereit sind. sich mit uns dafür einzusetzen, dass grundlegende Veränderungen durchgesetzt werden? Wohl kaum.

Ich denke, es gibt noch viele, die bisher nicht unterschrieben haben, die es aber täten, wenn sie auf dieses Memorandum aufmerksam gemacht worden wären. Die Frage steht: wie erreichen wir sie noch?
Ich denke, es gibt auch noch viele, die irgendwann mal vor hatten, zu unterschreiben, die dann aber nicht mehr daran gedacht haben. Die Frage ist, wie schaffen wir es, den Leuten die Wichtigkeit dieser Petition besser zu verdeutlichen?

Wir wissen, dass es auch KollegInnen gibt, die gerne unterschrieben hätten, die sich aber an dem einen oder anderen Punkt des Memorandums gestoßen haben. Wir würden das gerne mit ihnen diskutieren!

Natürlich ist unser Aufruf auch erst mal nur ein Versuch, das zu formulieren, was uns auf der Seele brennt. Da wird mancher Aspekt fehlen oder manches auch schief oder unverständlich ausgedrückt sein. Lasst ihn uns verbessern und schärfen, verständlicher machen und nachvollziehbarer. Manchem fehlten konkrete Forderungen oder auch konkrete Beispiele. Lasst uns gemeinsam dieses Memorandum untersetzen und für den Alltag präzisieren!
Wir verstehen unseren Aufruf nicht in erster Linie als reine Petition, also als Stimmensammlung, die wir dann der Politik präsentieren könnten. Viel wichtiger ist uns, dass dieser Aufruf diskutiert wird, das kritische Menschen der Kinder- und Jugendhilfe dadurch zusammen finden, dass Leute, die das Gleiche erreichen wollen, ihre  Positionen austauschen und zusammen Strategien entwickeln.
Es gibt in der Petition den Menüpunkt „Debatte“. Die wird bisher leider nicht geführt. Das wäre ein Ort, unterschiedliche Sichtweisen und Vorstellungen zu diskutieren, Fragen zu stellen und eine lebendige Auseinandersetzung in Gang zu setzen. Wir werden versuchen, eine solche Debatte in Gang zu bringen.

Wir möchten gerne im nächsten Spätherbst eine Tagung zur Kinder- und Jugendhilfe zu veranstalten. Dort sind natürlich auch unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen gefragt, ebenso Erfahrungen aus der Praxis aus unterschiedlichsten Arbeitsfeldern und Regionen.
Wer sich dort oder auch schon in der Vorbereitung engagieren möchte, kann sich bei uns melden (info@memorandumjugendhilfe.de).
Möglicher weise kommen wir auch direkt auf einige von den UnterzeichnerInnen zu, um anzufragen, ob sie nicht Lust hätten in diesem Zusammenhang selbst aktiv zu werden.